The L-Word

The L-Word steht im prüden Amerika für das, was bei uns längst kein Tabu-Thema mehr ist: lesbische Liebe. 2004 wurde unter diesem Titel eine Hollywood-Fernsehserie entwickelt, die in dieser Form neu war: Leben, Lieben und Alltag homosexueller Frauen. Darunter mischen sich auch bisexuelle, heterosexuelle und transsexuelle Frauen und mit nackter Haut wird nicht gespart: Szenen über weibliche Homosexualität, wie sie in dieser Freizügigkeit noch nie zuvor auf der Mattscheibe zu sehen waren.

Erfolg in Amerika, in Deutschland durchgefallen

Wider Erwarten blieb der Aufschrei der prüden Moralwächter im Land der unbegrenzten Möglichkeiten relativ gering: The L-Word wurde ein großer Erfolg sowohl beim Publikum als auch bei der Kritik und wurde als Durchbruch in Sachen Emanzipation der weiblichen Homosexualität gefeiert. In Amerika lief die Serie von 2004 bis 2009 über 6 Staffeln. In Deutschland verschwand sie nach einer 2006 ausgestrahlten Staffel sang- und klanglos aus dem Programm. Große Spuren hat sie im Bewusstsein der lesbischen Community nicht hinterlassen.

Regisseurin der Serie ist selber lesbisch

Woran mag es liegen, dass die Society-Geschichten um lesbische Erfolgsfrauen in Hollywood beim deutschen Publikum nicht so recht ankommen wollten? Vielleicht sind die Beziehungskisten dieser durchweg wie Models daher kommenden Frauenfiguren von der Lebenswirklichkeit lesbischer Frauen zu weit entfernt, zeigt die Serie zu wenig eigenes Profil, was lesbisches Selbstverständnis betrifft. Dennoch wurde sie sehr temporeich und mit viel Wortwitz inszeniert. Der kreative Kopf hinter der Serie, die Filmemacherin, Drehbuchautorin und Produzentin Ilene Chaiken, ist selber lesbisch und lebt in einer eheähnlichen Beziehung mit einer Frau, mit der sie Zwillingstöchter hat.