Der Roman "Das Bildnis des Dorian Gray" handelt von einem Gemälde, das anstelle seines Besitzers altert. Als der junge Dorian Gray sein Portrait das erste Mal sieht, kommt in ihm der Wunsch nach ewiger Jugend und Schönheit hoch, aber er verfällt immer mehr in einen Sumpf von Drogen und Ausschweifungen. Doch während dieses Leben bei ihm nach außen hin keinerlei sichtbare Spuren hinterlässt, offenbart das Gemälde mehr und mehr die Abgründe seiner Seele.
Der Autor
Der Roman wurde 1891 veröffentlicht. In dieser Zeit bekannte sich dessen Autor Oscar Wilde schon zu seiner Homosexualität und lebte diese auch aus, was ihm letztendlich eine Gefängnisstrafe einbrachte. Obwohl in "Das Bildnis des Dorian Gray" keine direkten Hinweise auf Homosexualität zu finden sind, was im viktorianischen England sowieso unter Strafe gestanden hätte, entdeckten Literaturforscher einige verschlüsselte Zeichen.
Versteckte Anspielungen auf Homosexualität
Die offensichtlichste Annäherung an das Thema Homosexualität ist wohl in der Bewunderung des Malers Basil für sein Modell zu finden. Auch der zynische Lord Henry ist ungewöhnlich stark von dem gut aussehenden jungen Mann angetan. In dem Namen Dorian sieht der Literaturwissenschaftler Robert Mighall einen Hinweis auf einen griechischen Stamm, der im Englischen "Dorians" genannt wird. Er deutet darin einen Bezug zu dem Begriff "griechische Liebe", welcher die sexuelle Verbindung zweier Männer beschreibt. Unterstrichen wird diese Anspielung nach Meinung Mighalls, durch die oft im Roman vorkommende Bezugnahme auf die griechische Mythologie. Dann ist da noch der Name Gray. Wilde gibt seiner Hauptfigur den Nachnamen des Bibliothekars John Gray, mit dem er ein intimes Verhältnis hatte.
